[Lehrbuch] der Nekromantie

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[Lehrbuch] der Nekromantie

Beitrag von Murky » 26 Mai 2020, 13:02

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Allgemeines
Die Nekromantie beschäftigt sich mit der Manipulation von Leben und Tod. Die Nekromantie manipuliert totes Gewebe und verdirbt Lebendiges, erweckt verstorbene Kreaturen und Personen als untote Diener oder entzieht direkt Lebensenergie. Mit ihr ist es möglich dem Opfer Lebenskraft zu entziehen, um sich oder Verbündete zu stärken, Untote zu erwecken oder leblose Knochen für den Kampf zu nutzen. Zudem gehören Geistes Anrufungen oder das vertreiben von bösen rastlosen Seelen ebenfalls zu den Fähigkeiten eines Nekromanten.

Am häufigsten wird die Nekromantie zur Totenbeschwörung genutzt. Die Prozedur reicht hier von spontanen Erweckungen von temporären Verbündeten oder dem Wiedererwecken von mächtigen Untoten, welches viel Vorbereitung braucht.

Mächtige Nekromanten gehen manchmal soweit, dass sie sich selbst vom Leben befreien um zu Untoten zu werden.
Die Nekromantie kann jeder erlenen sofern er/sie in der Lage sind mental mit den Toten umgehen können und es schafft, Organe, Blut, Leichen, etc. zu sehen. Ein Kriterium ist jedoch, der Glaube an Necros von den 3 Unheiligen aus dem Glauben der Hexerei.

Wie in der generellen Hexerei, ist in der Spezialisierung der Nekromantie die Regel, dass eine Balance zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten herrschen muss. Somit ist für jede nekrotische Anwendung ein Opfer zu bringen. Quasi ein Leben für ein Leben (gleichrangiger Herkunft).

Korrumpierung
Jeder, der diesen Pfad gehen möchte, wird von dem jeweiligen Ausbilder der Nekromantie gewarnt und gibt den Interessierten noch Gedenkzeit, sofern der Interessierte die Zeit braucht. Denn beim Erlernen der Nekromantie kann es zu negativen Effekten kommen (OOC: Es ist unausweichlich). Die folgenden Korrumpierungen sind beispielhaft und können, müssen aber nicht angewendet werden – eigene Abänderungen sind durchaus möglich und erlaubt.

Körperliche Veränderungen
• Die Haare können weiß werden oder fallen alle ab
• Die Zähne können sich schwarz verfärben
• Stimme wird verzehrt (wie bei den Todesrittern in WoW) oder man verliert sie
• Man verliert die Fähigkeit, sich fortzupflanzen
• Wunden heilen nicht mehr auf natürliche Art und weise
• Die Haut wird sehr blass – so, wie die einer Leiche
• Man altert schneller

Die Psyche
• Melancholie
• Paranoia
• Halluzinationen
• Wahnvorstellungen
• Empathielosigkeit
• Der Nekromant sucht mehr Kontakt zu den Toten (Bedrängnis, auf dem Friedhof zu leben), als zu Lebenden
• Bestreben, sich selbst vom Leben zu befreien, um ein starker Untoter zu werden.
• Verlust von positiven Emotionen (Liebe, Freude etc.)
• Machtdurst (bspw. Weltherrschaft oder einfach das Gewinnen an weiterer Macht)

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Ausbildungsinhalte der Nekromantie
• Anatomie
• Nekrologie (Wissen zum Untot und zu Necros)
• Wissen um den Tod/Krankheiten, die zum Tod führen, Arten des Todes
• Seelentum (Kontaktaufnahme mit Seelen/Geistern)
• Praxis
(Änderungen vorbehalten)

Basiswissen zum Seelentum
Seelen bleiben eine gewisse Zeit (Dauer nicht festgelegt und der Seele selbst überlassen; manche verweilen auch für die Ewigkeit) auf Memoria. Danach wandeln sich nach Lunaris - das Jenseits; das Reich von Arctica, der Gegenspielerin von Necros, die Nekromantie verabscheut. Seelen, die nach Lunaris gegangen sind, sind für den Nekromanten nicht mehr erreichbar und könnten im höchsten Fall von dort aus wiedergeboren werden; dies ist aber nicht in der Macht des Nekromanten. Alternativ gibt es noch den Seelenbaum für die Anhänger der Verbannten oder Dämonen, die Seelen für Dhuum-Luzoth ernten, bevor sie nach Lunaris gehen; beide Varianten des sicheren Hafens für Seelen sind für die Hexerei aber nicht brauchbar und anwendbar.

Mögliche Anwendungen der Nekrotischen Magie:
Reanimation
Schon oft erlagen renommierte Nekromanten dem Irrtum, die Macht der Nekromantie für gute Zwecke nutzen zu können, beispielsweise um Toten erneut das Leben zu schenken, doch die Nekromantie kann nicht immer echtes Leben geben. Es kann jederzeit zu Komplikationen kommen, wie bspw. eine falsche Seele schleicht sich ein, die reanimierten Personen sind anders, als die Angehörigen sie kennen und vieles mehr. Die Gefahr ist hierbei groß.
Nekromanten bevorzugen es Leichen, die an einem natürlichen Tod gestorben sind - da es nicht aufwändig und auffallend ist diese wiederzubeleben. Bei verletzten Toten müssen diese zuerst (zb. genäht) werden.
Bei der Reanimation von Verstorbenen ist es wichtig, dass dies möglichst schnell nach dem Ableben passiert. Das Gehirn und die Organe dürfen noch nicht gänzlich versagt haben, da die reanimierte Person als untotes Endprodukt entsteht.

Arten der Reanimation
permanente, normale Reanimation
Es gibt einmal die normale Reanimation und einmal die Reanimation einer Kreatur, die aus mehreren Kreaturen besteht. Bei der normalen Reanimation kann dieser mit einer guten Vorbereitung erfolgreich gelingen.

permanente, gestückelte Reanimation
Bei der Reanimation von mehreren Körpern müssen die Körper zuerst ordentlich und fest am Hauptkörper befestigt werden. Dies kostet jedoch um einiges mehr Zeit und Aufwand, im Gegensatz zu einer normalen Reanimation. Danach erfolgt es wie bei einer normalen Reanimierung. Problematisch könnte es werden, wenn der Körper oder der reanimierte Geist die Körperteile der unterschiedlichen Kreaturen nicht zu steuern vermag, oder der Körper sie abstößt. Hier ist darauf zu achten, dass es sich bei Körperteilen aus unterschiedlichen Quellen, zumindest um die gleiche Gattung handelt. Anderes ist zwar möglich, doch die Erfolgswahrscheinlichkeit war bis jetzt gering.
permanente, willenslose Reanimation

Es ist aber auch möglich, Knochen und Leichen einfach ohne Seele durch die Macht der Nekromantie wandeln zu lassen. Wenn man eine bspw. eine Leiche wiederbeleben möchte und diese Person aber schon vor längerer Zeit verstorben ist, wird es nicht mehr möglich sein die Seele aufzufinden bzw. jene zurück zu rufen. Hierzu wird ein externer Energieträger in Form von nekrotischer Energie benötigt. Das reanimierte Wesen hat letztendlich keinen eigenen Willen.

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Reanimationsopfer
Eine Reanimation benötigt immer ein gleichwertiges Opfer. Für die Reanimation eines Kindes benötigt man somit eine Seele eines anderen lebendigen Kindes, welches man opfert. Geschieht dies nicht, kann es dazu führen, dass der Körper verwest, während die Seele noch darin lebt, was zu einem erneuten qualvollen Tod führt.

Seelen werden von nekrotischen Kräften angezogen, was den Vorgang der Reanimation sehr gefährlich macht. Die Opferung sowie die Reanimation sollten daher stets in einem Schutzkreis erfolgen, da stärkere Seelen, die gewünschte Seele verdrängen könnten. Dies würde zu einem Resultat führen, wo eine andere Seele, in Körper den Platz einnimmt und nicht zum gewünschten Resultat führt.

Verlängerung der Lebensspanne bzw. Entzug von Lebensenergie
Es ist möglich, dass der Nekromant seine "Jugend" aufrechterhalten kann. Jedoch ist dies mit starken Nebenwirkungen zu rechnen. Dies darf, nur unter Absprache mit dem Lehrmeister/Bezugsperson des Zirkels der Hexerei versucht werden. In diesem Vorgang entzieht der Nekromant einem lebendigen Wesen die Lebensenergie und flößt sich jene selbst ein.

Seelenpakt
Ein Nekromant ist ständig in Kontakt mit den verstorbenen Seelen, die zwischen der Welt der Lebenden und des Totenreiches wandern. Sobald Kontakt zwischen ihm und einer Seele besteht schließt man automatisch einen Pakt. Es gibt mehrere Pakte, einigen von ihnen sind erlaubt, während andere verboten sind und vom Hexenzirkel bestraft werden.

erlaubte Seelenpakte
Kommunikation
Der erste und einfachste Pakt ist die Kommunikation: heißt der Nekromant ist in der Lage, mit der jeweiligen Seele zu sprechen, sich zu unterhalten etc. Es ist erlaubt, mit der Seele über die Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen - sofern die Seele es zulässt.

verbotene Seelenpakte
Einpflanzung von Seelen
Der Nekromant schließt einen Pakt mit einer Seele, die sich dann im Körper des Nekromanten befindet. Dies ist nicht erlaubt, weil die große Gefahr besteht, dass die Seele den Körper des Nekromanten übernimmt. Schließlich weiß man auch nicht, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Seele handelt. Der zweite Grund wäre, dass dadurch die Balance zwischen den Lebenden und den Toten gestört wird.

(OOC: Da dies noch zur Forschung genutzt werden kann, könnte man im Verlauf des Rollenspiels gewisse Regeln aufstellen. Da noch nicht viel erforscht ist.)

Regelbruch
Bei einem Vergehen wird der Nekromant dem Rat der Hexerei vorgebracht und dort angehört. Eine Sitzung ist vergleichbar mit einem Gerichtsverfahren. Die Oberste dient hierbei als Richtsperson und verkündet letztendlich, nach Basis der Fakten, ein individuelles Strafmaß. Eine Meldung des Vergehens sowie des Strafausmaßes erfolgt ebenso an den Großmeister der Morgenröte.

Mögliche Urteile:
• (erfolgen durch RP-Vergehen und werden ingame erspielt, die Liste wird danach erweitert)

OOC
Fragen, die man sich im Laufe der Ausbildung zum Nekromanten stellen sollte:
• Finde ich es in Ordnung, Verstorbene wieder zu erwecken?
• Könnte es zu moralischen Konflikten mit mir selbst kommen?
• Welche Regeln setze ich mir selbst für meine Arbeit als Nekromant?
• Warum will ich die Nekromantie nutzen – was ist meine Motivation dafür? Für mich? Für andere? Zur Forschung? Für Ruhm und Anerkennung? Für Macht? Für ewiges Leben? etc.
• Will ich die Lebenden, sowie die Toten kontrollieren?
• Wie werde ich die Reanimierten nutzen?


--> vielen Dank an Suhkki bez. Mithilfe bei der Erstellung dieses "Guides"

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Murky
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Re: [Lehrbuch] der Nekromantie

Beitrag von Murky » 07 Jun 2020, 16:13

Arten von unregelmäßigen Untoten
Auflistung von Untoten, die nicht eines einfachen und natürlichen Todes verstorben sind und von der Norm der Reanimation (durch spezifische Charakteristika) abweichen

Brandleichen
Bedenke, dass der Corpus durch Feuer sein Leben ausgehaucht haben muss. Es genügt nicht, dass er eine Bestattung im Feuer hatte. Noch während der Astralleib im Corpus weilt, muss das heiße Element die Muster in den Corpus brennen.
Der Zustand der Brandleiche mag verschieden sein: Auch wer am Rauch erstickt und sonst kaum versehrt ist, wird zur Brandleiche. Als erstes brennen Haar und Haut. Dann schwelt das Fett. Im Hitzetod bilden sich weiche Partien zurück. Muskeln härten aus, Gelenke verlieren ihre Beweglichkeit, es kommt zur Starre. Die Brandleiche ist schwarz und ruhig. Als letztes bleiben die Knochen, welche einem üblichen Feuer lange widerstehen.

Eine erhobene Brandleiche besitzt schwarze oder glühende Kohleaugen. Ihr Leib rußt beständig und sie hinterlässt eine Spur aus Asche, wo sie geht und steht. Immerzu umweht sie eine Rußwolke, die sie auszudehnen vermag, so dass sie Anwesenden Sicht und Atem raubt. Öffnest du den Corpus, wird offenbar dass im Inneren der Brandleiche eine immerwährende, übernatürliche Glut herrscht. Du vermagst bei einer gut gelungenen Erhebung diese Glut so zu nutzen, dass die Brandleiche nach außen trägt und mit Berührungen Brände erzeugt. Manche Brandleichen, die nur noch aus Asche und wenig verkohlten Knochen besteht, berührt den Boden nicht mehr, sondern schwebt stets einige Spann darüber.

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Eisleichen
Der kalte Hauch hält alles Sterbende frisch. Er bringt Stillstand. Ruhe. Ewigkeit? Doch das Eis, es wahrt nicht nur, sondern es umfängt auch, schränkt ein, friert dich fest und macht die bewegungslos. Des Eises starre Prinzipien zeigen sich in jenen, die in der Kälte starben. Wie sehr ist ihnen noch das Leben eingemeißelt in der Haltung, im Gesicht. Die Kälte ist ein Skulpteur, filigraner als jeder Tempelbaumeister. Erhebte haben blaue Augen und kühlen reif auf der Haut, der den Körper ganz in Schnee und Frost schlägt. Die Organe sind meist intakt, durch die Kälte konserviert, doch Geistesgröße ist nicht mehr vorhanden.

Eisleichen vermögen nur dann zu bestehen, so lange des Winters Kälte sie umfing. An einem Kamin vermochten sie nur kurz zu verweilen und hinterlassen Lache um Lache. Mit dem Tröpfeln und Schmelzen des Frühlings kommt auch ihr Ende. Sie werden dann langsamer, das grau-weiße Fleisch voll bräunlicher Flecken, schließlich kippen sie um und sind hinüber, nur noch gut für den Misthaufen.
Moorleichen
Die Haut ist grau, fast schwarz, und von den sauren Sümpfen gegerbt wie Leder. Das Gesicht ist gefroren zu einer Fratze, schief und voller Schmerz und Hass auf alles Lebende. Denn das Leben wird beneidet. Der Griff fühlt sich an wie kaltes Leder. Die Stimme wurde vom Moor längst eingefordert, ein trockenes Blubbern ist der einzige Laut, der der Kehle noch entrinnen kann.

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Pestleichen
Pestleichen verbreiten einen schrecklichen verwesenden Duft und tragen schreckliche Seuchen in sich. Sie dürsten nach Fleisch der Lebenden und all jene, die von deren roten Augen erspäht werden, auf jene wird sich gestürzt. Wessen Fleisch sie reißen, auf den wird die Krankheit überspringen. Pestleichen sind höchst ansteckend und bedingen einen sehr intensiven Krankheitsverlauf, da sich jene ohne körpereigene Abwehrmechaniken, im Leichnam verbreiten kann. Oft mutieren Krankheiten zu noch tödlicheren Mutationen.

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Wasserleichen
Die Verwesung ist bei Wasserleichen meist weit fortgeschritten. Zudem befinden sich zahlreiche postmortale Abschürfungen an Stirn, Nase und Knien, der sie oft den Flussverlauf hinabgetrieben werden. Die Haut hat Merkmale wie nach einem langen Bad und der strenge Geruch ist höchst ablenkend.

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Knochengolems/Knochendiener
Knochen bilden die Gerüste aller Kreaturen. Die äußere Gestalt fügt sich nach diesen Gerüsten. Das Wesen der Kreaturen wiederum folgt ihrer Gestalt. Ganz wie in den Städten inmitten der hölzernen Gerüste nach dem Willen der Baumeister mal eine Brücke und mal ein Tempel emporwächst, so wächst auch die Kreatur ganz nach Anlage ihrer Knochen. Die Natur selbst legt dabei Verbindungen nahe. Alle Gelenke können, wenn sie zusammengehalten werden, beinahe beliebig kombiniert werden. Dies ermöglicht ein verändertes Arrangement im Knochengerüst des Wesens. Besonders leicht ist dies, wenn die Gerippe derselben Art sind. Schwerer ist es, Glieder und Körperteile verschiedener Rassen und Arten zusammenzufügen.

Ein Knochendiener, auch Homunkulus genannt, kann einem Nekromanten helfen, die bedrückende Einsamkeit seiner Kunst besser zu ertragen. Es ist eine uralte Tradition, sich einen neuen treuen Helfer zur Seite zu stellen, der den Nekromanten unterstützt, mangelnde körperliche Fähigkeiten seines Herren ersetzt und darüber hinaus die Mühseligkeiten des täglichen Lebens etwas lindert. Oft handelt es sich bei den Homunkuli um besondere Geschöpfe: mal um aufwändig konstruierte Diener mit zusätzlichen Armen, mal um die Überreste des letzten Jugendfreundes, nicht selten denen eines Feindes oder eines Konkurrenten. Allen Homunkuli ist eine unverbrüchliche Treue zu ihrem Meister zu eigen. Dies geht soweit, dass manche Nekromanten ihren Leibdienern genaue Aufträge geben, die diese in Notfällen oder in ihrer Abwesenheit ausführen sollen. Erschrecken: Diese Befehle können auch weit über den Tod des Nekromanten selbst hinaus reichen. Nicht selten ist die Beziehung zum Homunkulus von irrationalen Momenten geprägt, die in den Bereich der Halluzinationen und des Wahnsinns einzuordnen ist.

Selbiges funktioert auch mit humanoiden bzw. animalischen Körperteilen, die auf selbigen Weg, Monstrositäten oder Fleischkolosse ergeben.

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Die helfende Hand
Die erste Aufgabe der Nekromanten, ist es meist, Teile des Corpus zu beleben – seien sie noch am selbigen befestigt oder nicht. Eine helfende Hand dient bei Arbeiten, reicht das Werkzeug und Schriften, holt Wein und unterstützt Forschungen. Wortlos werden Befehle ausgeführt, wie ein Hündchen begierig auf den nächsten Befehl zu warten. Es scheint, dass es ein unsichtbares Band zwischen ihr und dem Meister gäbe, und doch ein eigener Will der Hand vorhanden sei.

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Re: [Lehrbuch] der Nekromantie

Beitrag von Murky » 07 Jun 2020, 16:19

Die Muster des Lebens im Tode
Der Körper einer Kreatur, den du siehst, riechts, fühlst ist bei weitem nicht alles, was das Wesen einer Kreatur ausmacht. Er ist die Hülle und Anker für hinterlegte Muster jeder Kreatur. Es girbt den Lebensborn aber auch Geist, Erinnerung und Neigung. Jenes Muster vermagst du zu erkennen mit den Mitteln der Clarobservantia, seine Struktur stellst du mit der Curativa wieder her und du manipulierst es mit Mutanda und Controllaria.

Körper und Astralleib sind so lange eng verschlungen, bis dass der Tod eintritt. Dann trennt sich der Astralleib vom Körper und diffundiert in die sphärischen Gefilde, oft ins Totenreich. Der Körper bleibt zurück ohne den erfüllenden Lebensfunken. Ausgesetzt der Vergänglichkeit verrottet er. Aber ist er nur noch bloße Masse, schwindender Humus, Materia ohne Struktur? Mitnichten! Das tote Gebein trägt noch immer die Erinnerung an das Leben in sich. Die Muster des früheren Astralleibes haben filigrane Spuren, Rillen, Kerben hinterlassen, doch ohne eine Essenz sind sie tot. Sie liegen in Brache, wie Bewässerungsgraben in der Wüste. Die Nekromantie tut genau dieses: Sie erfüllt die Muster der Vergangenen mit neuer Essenz, sie belebt die Erinnerung der Knochen an ihre einstige Existenz, erhebt sie aus dem Zustand des Todes. Wie weit diese Erhebung gelingt und greift, ist vom Können des Nekromanten abhängig. Die Gebeine selbst vermögen kaum Grenzen zu ziehen, Du musst nur achten, dass sie weithin vollständig sind, doch selbst hier schlägt die Nekromantie Brücken: Ein Skelett hat keine Muskeln und Sehnen und vermag sich doch zu bewegen, Ein Zombie hat kein Cerebrum und doch vermag er Gedanken zu fassen. All dies durch die Kunst! Man muss das Potenzial der Gebein-Erinnerungen zu nutzen wissen. So spricht denn die Nekromantie von der Qualität der Erhebung, die in drei Arten abzugrenzen ist:
  • Die 1. Stufe gibt dem Leib seinen urtümlichsten Lebensfunken zurück, seine groben körperlichen Bewegungen. Aber er bleibt nahezu ohne Geist und die erweckten Gebeine sind zu keiner intelligenten Tat fähig.
  • Die 2. Stufe zeigt den versierten Nekromanten. Sie lässt den Leib an feinere Bewegungen erinnern, an grundsätzliche Fertigkeiten und einen Hauch von Verstand. Solche erweckten Gebeine können Werkzeuge führen, ihr Handeln einer Gegebenheit anpassen, gar primitive Sprachlaute ausstoßen (sofern ihre Artikulationsorgane noch nicht verfault sind).
  • Die 3. Stufe schließlich gelingt nur den größten Meistern der Kunst und bleibt den meisten Nekromanten unerfüllter Wunsch. Sie gibt dem Gebein in toto die körperlichen und geistigen Fähigkeiten zurück, welche auch die lebende Kreatur besaß. Den Wiedererweckten ist – vom unleidigen Zustand des Körpers abgesehen – kaum der erlittene Tod anzumerken. ihre Bewegungen sind fein, ihr Verstand rege, selbst Neigungen und Gesinnungen vollständig. Diese Stufe besiegt den Tod.
Totenerhebung kann nur geleistet werden, wo ein Tod stattfindet: Du kannst keinen Stein erheben, denn er lebte nie. Du kannst keinen verdorrten Baum wiederbeleben, denn bereits sein Sprießen war ein Ausdruck des Todes, entflüchtende Lebenskraft aus dem sterbenden Leib. Und natürlich kannst du keinen Lebenden mit der Nekromantie manipulieren, denn seine Muster sind noch voller Essenz und nicht leere Kerben und Kanäle.

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